Im Vertrieb dreht sich vieles um Timing, Vertrauen und Feingefühl. Du willst Menschen überzeugen, nicht überreden. Und genau das macht Cross-Selling und Up-Selling zu zwei Werkzeugen, die oft unterschätzt werden. Viele Unternehmen setzen darauf, aber nur wenige machen es richtig. Und ja, manchmal erinnert ein chaotischer Verkauf eher an das Gefühl, wenn man auf Seiten wie 20Bet zu viele Optionen sieht und erstmal sortieren muss, bevor man weiterklickt. Doch im Vertrieb brauchst du Klarheit. Und diese Klarheit beginnt damit, wie du Zusatzangebote platzierst.
Warum Cross-Selling und Up-Selling oft scheitern
Viele Verkäufer machen denselben Fehler: Sie denken nur an den Umsatz. Das spürt man sofort. Die Empfehlung wirkt schwer. Sie wirkt anhänglich. Sie wirkt, als hätte man einen Satz auswendig gelernt. Und Kundinnen und Kunden reagieren darauf meistens mit einem höflichen, aber klaren Nein.
Der eigentliche Grund für ein schlechtes Ergebnis liegt selten beim Kunden. Der Grund liegt darin, dass das Angebot nicht zum Moment passt. Ein Cross-Sale funktioniert nur, wenn der Mensch gerade mental offen dafür ist. Ein Up-Sale nur, wenn der Mehrwert auf der Hand liegt. Beides braucht Timing und ein Gefühl für den eigentlichen Bedarf.
1. Verstehe zuerst die Absicht, bevor du etwas anbietest
Stell dir einen Kunden vor, der einen einfachen Rucksack kauft. Er sucht etwas Leichtes, Praktisches, nichts Kompliziertes. Wenn du ihm in diesem Moment ein Premium-Modell andrehst, wirkt es unpassend. Der Fokus ist nicht Luxus. Der Fokus ist Alltag.
Bevor du überhaupt ans Verkaufen denkst, hör zu. Frag nach. Finde heraus, welches Problem gelöst werden soll. Je genauer du das verstehst, desto natürlicher wirkt jede Empfehlung danach.
Ein guter Verkäufer spürt den Moment. Ein noch besserer Verkäufer fragt so, dass es nicht wie ein Verhör wirkt, sondern wie echtes Interesse.
2. Mach Empfehlungen, die logisch zum nächsten Schritt passen
Cross-Selling heißt nicht: Alles auf einmal anbieten. Es heißt: Den nächsten logischen Schritt sichtbar machen.
Wenn jemand eine Kamera kauft, ist eine passende Speicherkarte logisch. Eine Reinigungsbürste ist logisch. Ein massiver Studioblitz dagegen wirkt wie eine andere Welt. Der Kunde ist noch nicht so weit.
Biete immer nur Dinge an, die die ursprüngliche Nutzung einfacher, komfortabler oder sicherer machen. Wenn du Zweifel hast, ob etwas wirklich passt, dann passt es meistens nicht.
3. Beim Up-Selling zählt der Unterschied, nicht die Höhe des Preises
Viele denken beim Up-Selling sofort an teure Premiumpakete. Aber der Kunde entscheidet nicht aufgrund der Zahl, sondern aufgrund des Unterschieds im Nutzen.
Ein Up-Sell funktioniert, wenn der Kunde versteht, was er durch die bessere Variante vermeidet oder gewinnt.
Zum Beispiel:
- längere Lebensdauer
- bessere Sicherheit
- geringere Folgekosten
- mehr Komfort im Alltag
Der Preis ist nur ein Teil der Entscheidung. Der klare Mehrwert ist das Herzstück.
Kleine Up-Sell-Schritte funktionieren oft besser als riesige Preissprünge. Menschen upgraden leichter von 40€ auf 60€ als von 40€ auf 120€.
4. Verwende Sprache, die nicht drückt
Viele Verkäufer reden sich um Kopf und Kragen. Zu viele Adjektive. Zu viele Versprechen. Zu viel Druck. Am Ende fühlt es sich nicht nach Beratung an, sondern nach Durchschieben.
Stattdessen funktioniert eine klare Sprache:
- „Viele Kundinnen nehmen diese Variante, weil sie länger hält.“
- „Wenn du etwas suchst, das dir Arbeit abnimmt, ist dieses Modell besser geeignet.“
- „Du sparst dir damit später einige Umwege.“
Es sind einfache Sätze, aber sie funktionieren. Sie klingen nicht nach Skript. Sie klingen nach Erfahrung.
5. Zeig Nutzung statt Beschreibung
Menschen kaufen keine Eigenschaften, sondern Situationen.
Wenn du erklärst, wie sich ein Produkt im Alltag anfühlt, entsteht ein Bild. Dieses Bild führt oft schneller zur Entscheidung als jede technische Liste.
Zum Beispiel:
- „Mit dem erweiterten Abo musst du nicht jedes Mal warten, wenn der Server langsam wird.“
- „Mit der größeren Varianten passt alles rein, ohne stopfen zu müssen.“
- „Mit dem Set musst du die Einzelteile nicht nachträglich suchen.“
6. Nutze das Momentum des Kaufmoments
Ein Kunde, der sich gerade für ein Produkt entschieden hat, ist offen für kleine Ergänzungen. Das Gefühl von Klarheit ist noch frisch. Der Moment ist ideal, aber viele Verkäufer machen ihn zu voll.
Du solltest zwei Dinge vermeiden:
- zu viele Angebote
- komplexe Erklärungen
Ein einfaches „Wenn du möchtest, empfehle ich dir noch …“ reicht oft aus. Menschen schätzen die Freiheit. Die Entscheidung soll leicht wirken, nicht wie ein zweiter Kaufprozess.
7. Mach dein Cross-Selling sichtbar – aber niemals laut
Im Online-Shop funktionieren die kleinen Hinweisfelder gut:
- „Passt gut dazu“
- „Häufig zusammen gekauft“
- „Beliebt bei ähnlichen Kunden“
Im persönlichen Verkauf funktioniert ein Blick oder ein kurzes „Dazu hätte ich etwas Passendes“. Zeig die Option, aber zwing sie nicht in den Vordergrund.
8. Baue kleine Entscheidungshilfen ein
Entscheidungen fallen leichter, wenn du klar machst, was der Kunde gewinnt oder spart.
Das können simple Dinge sein:
- Zeit
- Mühe
- Risiko
- Geld
- Reparaturen
- Suche nach Alternativen
9. Lass das Zusatzangebot wie eine natürliche Erweiterung wirken
Der beste Cross-Sale ist der, den der Kunde selbst als logisch empfindet. Wenn du das Gefühl hast, dass du für die Erklärung fünf Minuten brauchst, dann ist es wahrscheinlich nicht der richtige Moment.
Stattdessen sollte es sich anfühlen wie ein sanfter Übergang: „Wenn du dieses Modell nimmst, macht es Sinn, das Ladegerät direkt mitzunehmen, weil es nicht im Paket ist.“ Kein Druck. Nur Klarheit.
Und am wichtigsten? Bleib ehrlich – auch wenn es dir kurzfristig weniger Umsatz bringt.





