Egon Krenz ist eine der bekanntesten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Sein Name steht untrennbar mit der Endphase der DDR in Verbindung. Doch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung interessiert viele die Frage, wie der ehemalige Staatsratsvorsitzende heute lebt und vor allem: Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute?
Der Artikel beleuchtet sein Leben, seine politische Karriere und die rechtlichen Grundlagen seiner Altersversorgung. Damit wird sichtbar, wie der Staat mit den Rentenansprüchen ehemaliger Spitzenfunktionäre der DDR umgeht und welche Symbolkraft diese Frage für die historische Aufarbeitung hat.
Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute? Seine frühen Jahre und politische Anfänge
Egon Krenz wurde am 19. März 1937 in Kolberg geboren. Seine Kindheit war geprägt von den Folgen des Zweiten Weltkriegs und dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft in der Sowjetischen Besatzungszone. Schon früh trat er der Freien Deutschen Jugend bei, wo er sich engagiert und ehrgeizig zeigte. Als FDJ-Chef machte er später in der Jugendorganisation Karriere und wurde zum Sekretär des Zentralrates der FDJ ernannt. Diese frühe Prägung legte den Grundstein für seinen späteren Aufstieg in der DDR-Führung.
Der junge Krenz studierte an der Parteihochschule der SED und zeigte sich als linientreuer Funktionär, der die Ideale des Sozialismus vertrat. Er glaubte an den Aufbau eines sozialistischen Deutschlands und wurde bald als möglicher Nachwuchskader der SED gesehen. Seine Mitgliedschaft im Zentralkomitee und sein Aufstieg in das Politbüro markierten den Beginn einer steilen politischen Laufbahn, die ihn bis an die Spitze des Staates führen sollte.
Aufstieg in der SED und innerhalb der FDJ
Von 1974 bis 1983 war Egon Krenz in führender Position innerhalb der FDJ tätig. Er übernahm Verantwortung für politische Bildung, Propaganda und Jugendpolitik. Als Sekretär des ZK der SED konnte er die Loyalität der Jugend gegenüber der Partei festigen. Er galt als ehrgeizig, diszipliniert und strategisch klug. Seine Verbindung zu Walter Ulbricht und später zu Erich Honecker öffnete ihm den Weg in die höchsten Machtkreise der DDR.
Innerhalb der Partei wurde Krenz 1983 zum Mitglied des Politbüros gewählt. Damit gehörte er zum engsten Kreis der Macht. Diese Position war mit erheblichen Privilegien verbunden, die auch für seine spätere Altersversorgung eine Rolle spielen sollten. Wer in der DDR zur politischen Elite gehörte, profitierte von Sonderregelungen und Zusatzversorgungen, die weit über die Standardrenten eines normalen DDR-Bürgers hinausgingen.
Der Weg an die Spitze des Staates
Im Herbst 1989 befand sich die DDR in einer tiefen Krise. Die wirtschaftliche Lage war angespannt, die Bevölkerung unzufrieden, und die politische Führung zunehmend handlungsunfähig. Am 18. Oktober 1989 trat Erich Honecker zurück. Egon Krenz wurde zum Nachfolger im Amt des Generalsekretärs des ZK der SED gewählt. Kurz darauf übernahm er auch das Amt des Staatsratsvorsitzenden sowie den Vorsitz des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.
Als Nachfolger Honeckers stand Krenz vor einer unlösbaren Aufgabe. Er wollte Reformen einleiten, blieb aber zugleich dem alten System verpflichtet. In seiner ersten Fernsehansprache prägte er das Wort „Wende“, das später zum Symbol für den politischen Umbruch wurde. Die Bevölkerung nahm ihm diesen Versuch der Erneuerung jedoch kaum ab. Nur wenige Wochen nach seiner Amtsübernahme fiel die Berliner Mauer, und die DDR stand vor ihrem Ende.
Die Wende und der Niedergang der DDR
Die sogenannte Wende markierte den Beginn einer neuen Ära. Egon Krenz konnte die Ereignisse nicht mehr kontrollieren. Das Vertrauen der Bevölkerung war zerstört, die Macht der SED schwand rapide. Günter Schabowski verkündete am 9. November 1989 in einer Pressekonferenz die Öffnung der Grenze, was zum historischen Fall der Mauer führte.
Krenz versuchte, den Übergang zu moderieren, doch die Zeit des Politbüros und der alten Strukturen war vorbei. Die DDR-Führung verlor die Kontrolle, und der Staat, den Krenz mit aufgebaut hatte, brach in wenigen Wochen zusammen. Diese Ereignisse bestimmten auch sein späteres Leben und beeinflussten indirekt, wie über seine Rente entschieden wurde.
Strafverfahren und Verurteilung
Nach der Wiedervereinigung wurde die Verantwortung der ehemaligen DDR-Führung für den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze untersucht. Egon Krenz wurde 1997 wegen Totschlags und anderer Vergehen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah ihn als mitverantwortlich für die Todesschüsse an der Berliner Mauer.
Die Haft trat er 2000 an und wurde nach knapp vier Jahren entlassen. Diese Verurteilung hatte auch Auswirkungen auf seine spätere finanzielle Situation. Viele ehemalige Funktionäre der DDR, die in der Hierarchie ganz oben standen, verloren ihre Ansprüche auf Sonderversorgung. Dennoch blieben sie rentenberechtigt, sofern sie gesetzlich in das Rentensystem eingegliedert wurden.
Leben nach der Haft und die Frage: Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute?
Nach seiner Entlassung zog Egon Krenz nach Dierhagen an die Ostsee. Dort lebt er zurückgezogen, schreibt und äußert sich gelegentlich zu politischen Themen. Medienberichte gehen davon aus, dass er heute eine monatliche Rente von rund 1.100 bis 1.200 Euro erhält. Diese Zahl klingt bescheiden, wenn man bedenkt, dass Krenz einst der mächtigste Mann der DDR war. Doch sie entspricht der rechtlichen Grundlage, die für ehemalige DDR-Funktionäre gilt.
Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute? Die Antwort darauf hängt von der rechtlichen Bewertung seiner Dienstjahre und der Einstufung seiner Tätigkeiten ab. Da seine Sonderversorgung als unrechtmäßig angesehen wurde, wird seine Rente nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen berechnet. Auch die Zeit seiner Haft spielt dabei eine Rolle, da diese nicht als rentenrelevant gilt.
Die juristische Grundlage der Rente
Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass Sonderversorgungen der ehemaligen DDR-Funktionäre grundsätzlich überprüft und gegebenenfalls gekürzt werden dürfen. Damit sollten Ungleichheiten zwischen normalen DDR-Bürgern und privilegierten Funktionären beseitigt werden. Dieses Urteil betraf auch Egon Krenz und andere Mitglieder des Politbüros der SED.
Die Rente von Krenz wird daher nicht aus einer Sonderversorgung, sondern aus regulären Beitragszeiten berechnet. Diese Berechnungsgrundlage ist ein wichtiger Bestandteil der juristischen Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie zeigt, dass politische Verantwortung und persönliche Altersversorgung voneinander getrennt betrachtet werden, solange die Ansprüche nicht auf Privilegien beruhen, die gegen das Gleichheitsprinzip verstoßen.
Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute? Symbolwert und öffentliche Debatte
Die Frage „Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute?“ hat in der Öffentlichkeit eine symbolische Bedeutung. Sie steht für den Umgang mit den ehemaligen Eliten der DDR und die moralische Bewertung ihres Lebenswerks. Viele empfinden es als gerecht, dass er keine hohe Rente erhält, andere sehen darin einen Versuch, Geschichte zu bestrafen.
Egon Krenz selbst äußerte mehrfach, dass er seine Verurteilung als politisch motiviert empfindet. In Interviews betonte er, dass er seine Verantwortung nie verleugnet, aber auch nie als Alleinschuldigen gesehen werden wolle. Seine Rente sei für ihn kein Thema des Bedauerns, sondern eine Tatsache, mit der er leben könne.
Egon Krenz im Deutschland Archiv und in der Geschichtsschreibung
Das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung hat mehrfach über Egon Krenz berichtet. Besonders seine Memoiren und ihre Fortsetzungen sorgen regelmäßig für Diskussionen. Die Fortsetzung der Memoiren von Egon Krenz zeigt, wie sehr seine Sicht auf die Geschichte polarisiert. Während seine Anhänger – oft bezeichnet als Fans von Egon Krenz – ihn als Opfer der Geschichte sehen, betrachten Kritiker ihn als Symbol für das Versagen des sozialistischen Systems.
Diese Diskussionen sind Teil der deutschen Erinnerungskultur. Sie verbinden die persönliche Biografie eines Mannes mit der Frage nach der Aufarbeitung der DDR. Das Urteil über die DDR, ihre Funktionäre und ihre Nachwirkungen bleibt ein sensibles Thema, das immer wieder neu verhandelt wird.
Die Memoiren von Egon Krenz und ihre Wirkung
Die Memoiren von Egon Krenz erschienen in mehreren Teilen. Sie bieten Einblicke in seine Sicht auf die DDR, die Wende und sein persönliches Schicksal. Kritiker werfen ihm vor, Verantwortung zu relativieren, während seine Anhänger seine Standhaftigkeit loben. Auch hier schwingt die Frage mit, ob jemand wie er, der eine so zentrale Rolle in der DDR-Führung spielte, durch seine Veröffentlichungen noch Einfluss auf das öffentliche Geschichtsbild nehmen sollte.
Für viele Leser bleibt interessant, dass Krenz trotz seiner Vergangenheit nicht vollständig in der Anonymität verschwand. Seine Bücher und Interviews zeigen, dass er sich weiterhin als Teil der Geschichte versteht. Dabei spielt seine Rente eine nebensächliche, aber symbolträchtige Rolle. Sie steht für den Umgang eines vereinten Deutschlands mit den Menschen, die einst an der Spitze eines untergegangenen Staates standen.
Die Rolle von Hans Modrow und anderen Weggefährten
In der Betrachtung von Egon Krenz taucht immer wieder der Name Hans Modrow auf. Beide verband eine lange politische Zusammenarbeit. Modrow, ebenfalls ein führender Funktionär, wurde nach der Wende für seine Rolle milder beurteilt. Er engagierte sich später in der Kommunistischen Plattform der Linken und veröffentlichte Mitteilungen, die sich mit der DDR-Geschichte beschäftigten.
Auch der Vergleich mit anderen SED-Funktionären zeigt, dass der Umgang mit deren Rentenansprüchen individuell geregelt wurde. Nicht alle wurden gleich behandelt, und das Bundesverfassungsgericht musste mehrfach klären, welche Kriterien gelten. Diese Urteile prägen bis heute den Umgang mit den Renten der ehemaligen DDR-Elite.
Nachwirkungen und Bedeutung für die deutsche Geschichte
Egon Krenz bleibt eine umstrittene Figur. Als letzter Generalsekretär des ZK der SED, Staatsratsvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR steht er symbolisch für das Ende einer Ära. Seine Person verknüpft das Bild der DDR-Führung mit der politischen und moralischen Aufarbeitung der Vergangenheit.
Die Frage, wie mit ehemaligen Machtträgern umgegangen wird, betrifft nicht nur Krenz, sondern das Selbstverständnis der gesamten Gesellschaft. Ob man ihn als Täter, Mitläufer oder tragische Figur betrachtet, hängt von der Perspektive ab. Fest steht, dass seine Rente ein Spiegelbild der deutschen Erinnerungskultur ist.
Fazit: Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute?
Egon Krenz hat als letzter Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär der SED Geschichte geschrieben. Sein Leben, seine Verurteilung und seine heutige Rente zeigen, wie eng persönliche Biografie und politische Verantwortung miteinander verknüpft sind. Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute? Etwa 1.100 bis 1.200 Euro monatlich – eine Summe, die bescheiden wirkt, aber symbolisch stark aufgeladen ist. Sie steht für das Ende eines Systems, für die juristische Aufarbeitung der SED-Diktatur und für die Frage, wie Deutschland mit den Erben der Vergangenheit umgeht.
Sein Leben in Dierhagen an der Ostsee ist heute ruhig, doch die Debatte über seine Rolle und seine Rente wird weitergeführt. Egon Krenz bleibt eine Mahnung daran, dass Geschichte nicht vergeht, sondern in Erinnerung und Verantwortung weiterlebt.
FAQs: Wieviel Rente bekommt Egon Krenz heute? Alles was Sie noch wissen müssen
Wie hoch war die Rente von Margot Honecker?
Margot Honecker erhielt nach der Wiedervereinigung eine Rente von rund 1.300 Euro monatlich. Diese Summe beruhte auf ihren Beitragsjahren als Lehrerin und Ministerin für Volksbildung in der DDR.
Anders als bei vielen anderen ehemaligen Funktionären wurde ihre Rente nicht vollständig gestrichen, da sie nicht in einem der höchsten Machtämter tätig war. Trotzdem löste ihre Versorgung in der Öffentlichkeit Kritik aus, weil sie bis zu ihrem Tod 2016 in Chile lebte und weiterhin Rentenzahlungen aus Deutschland bezog.
Wo wohnt Egon Krenz heute?
Egon Krenz lebt heute zurückgezogen im Ostseebad Dierhagen in Mecklenburg-Vorpommern. Nach seiner Haftstrafe zog er dorthin, um Abstand von der Öffentlichkeit zu gewinnen. Dort verbringt er seinen Ruhestand ruhig, schreibt Bücher und äußert sich nur gelegentlich zu politischen Themen. Sein Leben am Meer gilt als bewusster Rückzug aus dem politischen Rampenlicht, das ihn während seiner Zeit als DDR-Staatsratsvorsitzender dauerhaft umgab.
Was ist mit Egon Krenz geworden?
| Lebensabschnitt | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| Nach 1989 | Verhaftung und Verurteilung wegen Totschlags | Symbol der juristischen Aufarbeitung der DDR |
| Nach 2003 | Entlassung aus der Haft | Beginn eines zurückgezogenen Lebens in Dierhagen |
| Heute | Autor und Zeitzeuge | Schreibt Memoiren und äußert sich gelegentlich zur DDR-Vergangenheit |
Ist Egon Krenz verheiratet?
Ja, Egon Krenz ist verheiratet. Seine Ehefrau Erika Krenz stand ihm bereits in den Jahren seiner politischen Karriere zur Seite. Das Paar ist seit Jahrzehnten verheiratet und lebt gemeinsam in Dierhagen. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt, da beide Wert auf Zurückhaltung legen. Ihre Ehe überdauerte sowohl die politische Wende als auch die Zeit der öffentlichen Kritik, was auf eine enge persönliche Verbundenheit schließen lässt.






