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Baumaschinen und Anhänger im Blick: Asset Tracking für Bau und Vermietung

Ein mittelständisches Bauunternehmen mit fünf laufenden Baustellen verteilt Minibagger, Rüttelplatten, Stromerzeuger und Anhänger oft mehrmals pro Woche neu. Am Montagmorgen ruft der Disponent die Poliere der Reihe nach an, weil niemand genau sagen kann, welche Maschine gerade wo steht. Dabei kommt es vor, dass eine Rüttelplatte auf einer Baustelle seit Tagen ungenutzt bleibt, während auf der nächsten ein zusätzliches Gerät gemietet wird. Vermieter von Baumaschinen kennen dieselbe Frage aus der anderen Richtung: Sie müssen wissen, wo ein vermietetes Gerät steht und wie lange es seit der letzten Wartung gelaufen ist.

Ein vollständiges Geräteverzeichnis als Grundlage

Gute Betriebsmittelverwaltung beginnt mit einem Verzeichnis, das mehr enthält als Inventarnummern. Wie wichtig genaue Angaben sind, zeigt sich spätestens nach einem Diebstahl, denn für die Fahndung fehlen oft Details wie Hersteller, Gerätetyp oder Motornummer der gestohlenen Maschine. Für jedes Gerät sollte das Verzeichnis daher festhalten:

  • Hersteller, Typ, Serien- und Motornummer sowie Fotos der Kennzeichnung
  • den aktuellen Einsatzort und die verantwortliche Person auf der Baustelle
  • Betriebsstunden und den nächsten Wartungstermin
  • Datum und Ergebnis der letzten Prüfung

Der letzte Punkt hat auch eine rechtliche Seite. Arbeitsmittel, die schädigenden Einflüssen ausgesetzt sind, muss der Arbeitgeber wiederkehrend von einer zur Prüfung befähigten Person prüfen lassen und das Ergebnis aufzeichnen. Wird ein Gerät an wechselnden Betriebsorten eingesetzt, muss am jeweiligen Einsatzort ein Nachweis über die letzte Prüfung vorliegen. Ein Verzeichnis mit aktuellen Standorten zeigt also auch, wohin welcher Prüfnachweis gehört. Welche Prüfungen und Fristen für ein bestimmtes Gerät gelten, klären Betriebe mit ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der zuständigen Berufsgenossenschaft.

Wie Asset Tracking Standort, Auslastung und Wartung verbindet

Wie Asset Tracking Standort, Auslastung und Wartung verbindet

Eine von Hand gepflegte Tabelle veraltet schnell, sobald Geräte täglich per Tieflader zwischen Baustellen pendeln. Unternehmen, die Geräte und Betriebsmittel an mehreren Standorten verwalten, können mit asset tracking deren Standort und Nutzung besser nachvollziehen und fundiertere Entscheidungen über die Verteilung treffen. Dabei sendet ein kleines Ortungsgerät am Bagger oder an der Deichsel eines Anhängers seine Position an eine Online-Plattform, auf der der Disponent alle Geräte auf einer Karte sieht.

Aus diesen Daten lässt sich die Geräteauslastung ablesen. Steht ein Stromerzeuger drei Wochen ungenutzt auf einer Baustelle, kann er umgesetzt werden, bevor der Betrieb ein weiteres Gerät mietet oder kauft. Die erfassten Betriebsstunden helfen bei der vorbeugenden Wartung, weil der Service nach der tatsächlichen Nutzung geplant wird. Auch die Prüfplanung profitiert, denn die Betriebssicherheitsverordnung nennt längere Zeiträume ohne Verwendung als mögliches Ereignis, nach dem vor dem nächsten Einsatz eine außerordentliche Prüfung nötig sein kann.

Für Vermieter zeigt die Anhängerortung, ob ein Anhänger nach Mietende wieder auf dem Hof steht und wie intensiv er in der Mietzeit genutzt wurde. Bewegt sich ein Gerät nachts von der Baustelle weg, kann der Betrieb das anhand der Standortdaten früher bemerken und der Polizei genaue Angaben machen. Eine Wiederbeschaffung ist damit allerdings nicht garantiert.

Ist ein Gerät einer bestimmten Person zugeordnet, können Standortdaten Rückschlüsse auf Beschäftigte zulassen. Betriebe legen deshalb schriftlich fest, wofür die Daten genutzt werden, informieren die Beschäftigten vorab und beziehen einen vorhandenen Betriebsrat ein. Bei Fragen ist die Datenschutzaufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes die richtige Anlaufstelle.

Häufige Fragen aus Bau und Vermietung

Lohnt sich Ortung auch für kleine Geräte? Meist beginnen Betriebe mit den teuersten Maschinen und mit Geräten, die häufig den Standort wechseln. Kleinere Werkzeuge bleiben im Verzeichnis und werden über eine Ausgabeliste verwaltet.

Wer pflegt die Daten? Am besten eine feste Person, etwa der Disponent oder der Lagermeister, die einmal pro Woche das Verzeichnis mit den Standortdaten abgleicht.

Ersetzt Asset Tracking die vorgeschriebene Prüfung? Nein. Die Prüfung durch eine befähigte Person bleibt Pflicht, die Daten helfen dabei, Termine und Einsatzorte im Blick zu behalten.

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